SPD Herrenberg

 

Digitalisierung verändert vieles

Veröffentlicht in Presseecho

Leni Breymaier
Leni Breymaier GB-Foto: gb

Gäubote vom 01.04.2017

Herrenberg: Leni Breymaier und Dr. Josephine Hofmann in der Musikschule

Die Digitalisierung verändert die Arbeits- und Lernwelt. Doch was bedeuten diese Veränderungen für Frauen? Bringen sie Nachteile oder Vorteile? Dieser Frage ging man am Donnerstagabend in der Herrenberger Musikschule nach, dort kamen Politikerin Leni Breymaier (SPD) und Wissenschaftlerin Dr. Josephine Hofmann miteinander und mit den Gästen ins Gespräch.

Von Sabine Haarer

Ein Gespräch, das im Rahmen der „Brot & Rosen“-Reihe und auf Initiative des Frauennetzwerkes der Stadt und des SPD-Ortsvereins zustande kam. Ein Gespräch, dem sogar mehr als eine Handvoll Männer, lauschte – eine Tatsache, die alle Verantwortlichen gleichermaßen freute. Allen voran die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Birgit Kruckenberg-Link. Ein Gespräch aber vor allem, das eines der wichtigsten und meist diskutiertesten Themen derzeit aufgriff: Die Veränderung der Arbeitswelt, bedingt durch die Digitalisierung.

Starke Wirkung auch ins Private

Oder „Arbeit 4.0“ wie sie Dr. Josephine Hofmann bezeichnete. Die Zukunftsforscherin, Leiterin des Competence Center Business Performance Management am Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart, gab in ihrem Impulsvortrag einen Einblick in die Arbeit ihres Teams und skizzierte, was die digitale Transformation ausmacht. Der durch die Digitalisierung hervorgerufene Wandel habe nicht nur Auswirkungen auf die Arbeitswelt, bringe nicht nur die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort mit sich, sondern wirke auch stark in das private und gesellschaftliche Leben der Menschen hinein.

Neue Berufsfelder entstehen

Hofmann nannte Stichworte wie die „Entgrenzung der Arbeit“ und „Crowdworking“ und ging darauf ein. „Es gibt viele Stellschrauben, an denen sich Arbeit derzeit verändert und auch künftig noch verändern wird“, so die kurze Zusammenfassung der Wissenschaftlerin. Zwar führe die Digitalisierung zum Wegfall bisheriger Berufsfelder, was sich in Zeiten des Onlinebankings bereits jetzt die Bankenwelt zu spüren bekomme. Doch bringe sie auch Chancen mit sich, da neue Berufsfelder entstünden.

Gegen zu große Skepsis

Ganz allgemein sprach sich Hofmann gegen eine zu große Skepsis aus. „In den 1980er Jahren hat man zum ersten Mal das Bild von der menschenleeren Fabrik gezeichnet – und diese Entwicklung hat so auch nicht stattgefunden.“ Mit Blick auf das Thema des Abends gab die Zukunftsforscherin ebenfalls Entwarnung: „Frauen sind in der Arbeitswelt weder besonders bedroht noch besonders begünstigt durch die Digitalisierung.“ Aufgrund der immer wichtiger werdenden Kommunikationsfähigkeit sieht sie gar die Frauen im Vorteil.

Auch wenn Leni Breymaier der Digitalisierung ein wenig skeptischer gegenübersteht, so sagte doch auch die SPD-Landesvorsitzende: „Ich glaube nicht, dass Frauen zu den großen Verlierern der Digitalisierung gehören werden.“ Was die Zahl der Arbeitsplätze anlangt, sieht ihre Prognose pessimistischer aus. Neue Berufsfelder könnten die wegfallenden Plätze nicht kompensieren, eher müsse man über eine Reduzierung der Arbeitszeit nachdenken. Überhaupt müsste man für den Arbeitsmarkt neue Modelle und neue Definitionen finden. Nicht nur, dass für Freiberufler die soziale Absicherung geregelt werden müsse, dass man Möglichkeiten schaffen müsse, wie sie sich mit ihren Kollegen austauschen können, es müsse auch geklärt werden „um wen sich der Betriebsrat denn künftig noch kümmern soll“, so ihre augenzwinkernde Überlegung. Ernsthaft diskutiert haben möchte Leni Breymaier das Thema „Digitale Rendite“. Einsparungen, die man auf der einen Seite durch die Digitalisierung erwirken könne, müssten andererseits wieder in Bereiche wie Gesundheit, Pflege oder Bildung investiert werden.

Thema differenzierter angehen

Im Gespräch mit den Gästen im Studio der Musikschule – moderiert von Karen Ehlers – waren vor allem die „moderne Tagelöhnerei“, also das „Crowdworking“ ein Thema. Die Frage, wie man mehr Mädchen für technische und IT-Berufe begeistern kann, wurde gestellt. Während eine Zuhörerin eine Lanze brach für den Stellenwert der analogen Welt und eine andere kritisierte, dass für die Anschaffung von Soft- und Hardware immer Geld vorhanden sei, fürs Personal aber nicht, hob Dr. Josephine Hofmann aber auch die Vorteile der Digitalisierung hervor. Ein weltweites Krebsnetzwerk sei erst durch die technischen Möglichkeiten realisierbar und helfe den Patienten. Und wenn durch den Einsatz eines Pflegeroboters das Personal in einem Seniorenheim wieder mehr Zeit für ein Schwätzchen bekomme, sei das zu begrüßen. „Man muss das Thema Digitalisierung einfach differenzierter sehen“, so das Fazit am Donnerstagabend.

 

 

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