Strukturprobleme

Strukturprobleme der SPD im Gäu

Bezeichnend für das Strukturproblem der Herrenberger SPD war eine Auseinandersetzung im Dezember 1919 im Gäu- und Ammertalbote, die im "Sprechsaal" der Zeitung stattfand. So nannte sich eine Kolumne, in der Einsendungen veröffentlicht wurden. "Ein sozialdemokratischer Arbeiter" (keine weiteren Namensangaben) äußerte sich im GAB vom 12. Dezember 1919 zum Konflikt zwischen Arbeitern und Landwirten. "Wir Arbeiter haben die Revolution gemacht, damit wir endlich einmal frei werden und die Macht bekommen, um unsere Forderungen durchsetzen zu können", schrieb er. Die "Bauernbündler" würden den Arbeitern den Achtstundentag nicht gönnen. Die Bauern hätten keinen Anlaß, sich zu beschweren: "Was habt ihr in diesem Jahr alles eingenommen, von den Kirschen bis zu den Zuckerrüben ist euch das Geld zum Dach hereingeregnet." Der Bauer sei heute der reichste Mann, der "das bißchen Zwangswirtschaft" leicht ertragen könne.

Konflikte mit den Bauern
Der Interessenkonflikt zwischen Arbeitern und Landwirtschaft war offensichtlich, er wurde von beiden Seiten geschürt. Die SPD hatte aber in einem so stark landwirtschaftlich dominierten Bezirk wie Herrenberg in dieser Auseinandersetzung schlechte Karten, und da es in der Stadt selbst auch kein zahlenmäßig bedeutendes Industrieproletariat gab, befand sich die Partei noch stärker als in ganz Württemberg in einer strukturellen Minderheit.

Das wird auch beim zweiten Problem deutlich: Oft ließ die Partei bei Versammlungen Funktionäre aus Stuttgart anreisen, die mit allgemeinen Parolen auftraten und von den Verhältnissen auf dem flachen Land wenig Ahnung hatten. Ein Beispiel: Zur Gemeinderatswahl lud der Sozialdemokratische Verein Herrenberg am 17. Mai zu einer Bürgerversammlung, bei der Malermeister Huusfeld aus Stuttgart allgemein über Gemeindepolitik sprach, zugleich wurde gegen den "diktierten Gewaltfrieden" protestiert. Eine Anzeige zur Wahl 1919 zeigt die plakativen, allgemeinen Aussagen, mit denen viele nichts anfangen konnten: "Wer sich wenden will gegen Militäronskratie und Kapitalismus, gegen Anarchie und Gewaltfreiheit, der trete hinter die Vorkämpfer von Demokratie und Sozialismus und stimme für den Wahlvorschlag."

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