Die Arbeiter

Und wo bleiben die Arbeiter?

Industriebetriebe haben Seltenheitswert

Industrielles Gewerbe gab es im 19. Jahrhundert nur in der Oberamtsstadt selbst, und auch hier nur vereinzelt. Steinbrüche und Lehmgruben gehörten etwa dazu, aber auch die Wollenspinnerei, die Mühlen entlang der Ammer sowie Brauereien. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auch in Herrenberg die Industrialisierung sichtbar: Mit dem Anschluss an die Gäubahn 1879 zog ein Wahrzeichen der Industrialisierung in die Stadt ein. Allerdings änderte sich die Sozialstruktur dadurch kaum. Zwar galt die Eisenbahn als wichtiger Impuls für die Industrialisierung, aber entgegen der Erwartungen führte sie nicht zur Ansiedlungen von Fabriken im Oberamt Herrenberg. Mit wenigen Ausnahmen: So kam im Jahr 1899 die Vollmöller'sche Textilfabrik mit Sitz in Vaihingen mit einer Zweigstelle nach Herrenberg mit 175 Arbeitern. Im Jahr 1906 kam das Säge- und Hobelwerk der Gebrüder dazu, 1911 die Goldleistenfabrik Herburger & Gebert.

Herrenberg bekommt Stromanschluss

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt die Elektrizität in Herrenberg Einzug: Im Jahr 1905 wurde die "Elektrische Kraftübertragung Herrenberg" EKH gegründet, zwei Jahre später die "Leitung für Kraft und Licht" erstmals unter Strom gesetzt. Die EKH war mit 162 Arbeitern das größte Unternehmen in Herrenberg. Ein weiterer Fortschritt war der Bau der Ammertalbahn nach Tübingen zwischen 1907 und 1910. Paradoxerweise verhinderte die Bahn im Gegensatz zu anderen Standorten sogar Industrieansiedlung, was mit stadtplanerischen Fehler zusammen hing. Darauf wies Bürgermeister Schick 1929 hin: "Der Bahndamm hat das Stadterweiterungsgebiet zerschnitten und von der Altstadt getrennt, die Schaffung von Industriegelände mit Gleisanschluss verhindert und dadurch die Entwicklung der Stadt wesentlich beeinträchtigt."

Eine kleine Arbeiterschicht

Immerhin entstand durch die mäßige Industrie-Ansiedlung nicht nur in der Kleinstadt, sondern sogar in den Dörfern um Herrenberg eine neue, wenn auch kleine Arbeiterschicht, die entweder für die Trikotfabrik, für die Landwirtschaft als Tagelöhner oder für die Gemeinde bei Fuhrdiensten arbeiteten. Die Eisenbahnen machten es auch möglich, in die Industriezentren zu pendeln. Beispielsweise ins nah gelegene Sindelfingen, wo im Jahr 1915 mit der Ansiedlung des Daimler-Motornwerkes eine fundamentale Veränderung der einstigen Weberstadt eingeleitet wurde. Ein Beispiel aus dem benachbarten Nufringen aus dem Jahr 1907 zeigt, dass diese Schicht durchaus nicht unbedeutend war: 16 Prozent der Nufringer Erwerbstätigen gabe an, im Industrie- und Handwerksssektor beschäftigt zu sein, davon 58 als Unselbständige. Allerdings zeigen die Zahlen auch, dass die Arbeiter weder in der Stadt noch im Oberamt Herrenberg eine bedeutende Rolle spielten.

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