Antrag Gesamtkonzept Fahrradstellplätze und Pilotprojekt Automatisierte Fahrradabstellanlage

Veröffentlicht am 13.05.2020 in Gemeinderatsfraktion

Antrag:

An Stelle der aktuellen Anträge der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN zu Einzelmaßnahmen auf dem Graben beantragen wir ein „Gesamtkonzept Fahrradabstellplätze“.

  1. Wir fordern für die Innenstadt ein Gesamtkonzept für Fahrradabstellplätze (Kurzzeit und Langzeitparker). Grundlage dafür sind eine flächendeckende Darstellung des aktuellen Bestands und der derzeit geplanten öffentlichen sowie der planungsrechtlich festgesetzten privaten Fahrradabstellanlagen in der Altstadt und entlang des Innenstadtrings (Hindenburgstraße und Seestraße einschließlich Seeländer-Areal) sowie im Bereich des Bahnhofs Herrenberg (Nord- und Südseite). Das Angebot an Abstellmöglichkeiten im Freien zielt vor allem auf Besucher der Altstadt (Touristen, Einzelhandelskunden, Gastronomiebesucher, Behördengänger etc.). Für diese Zielgruppe von Kurzparkern ist entscheidend und von Vorteil, dass Räder möglichst nahe am jeweiligen Ziel abgestellt werden können.
  2. Für Langzeitparker (Bewohner und Beschäftigte in der Innenstadt) werden ebenfalls Abstellmöglichkeiten für Fahrräder benötig. Wir bitten um Prüfung, inwieweit im Rahmen der Gesamtkonzeption ein Pilotprojekt „Voll- oder teilautomatische Fahrradabstellanlage für Bewohner und Beschäftigte in der Innenstadt“ entwickelt und umgesetzt werden kann. Dabei soll auch geprüft werden, inwieweit die bestehende Fußgängerunterführung am Übergang Moltkestraße – Hindenburgstraße für ein solches Pilotprojekt einer automatisierten Anlage mit digitalem Schließ- und Parksystem genutzt werden kann.
  3. Auf der Nord- und Südseite des Bahnhofs fehlen Tagesstellplätze für Pendler, die hier vom Rad auf die Bahn umsteigen. Längere Abstellzeiten erhöhen das Risiko von Beschädigungen und Vandalismus. Die derzeit vorhandenen Kapazitäten an Fahrradboxen reichen bei weitem nicht aus. Besonders ausgewiesene Standorte bevorzugt für Radfahrerinnen in Bereichen, die sozial besser kontrolliert sind als der Nordausgang des Bahnhofs, sind dabei zu berücksichtigen.
  4. Wir bitten um Information, ob für diese Maßnahmen und für ein Pilotprojekt weitere Mittel aus dem Modellstadtprogramm generiert werden können.

Begründung:

Sichere, bequeme und gut platzierte Abstellanlagen in ausreichender Zahl für Fahrräder in der Innenstadt und am Bahnhof sind notwendiger Bestandteil eines fahrradfreundlichen Verkehrskonzepts. Ohne Abstellplätze ist das Radwegekonzept nur eine halbe Lösung; wenn es den gewünschten Erfolg hat, reichen die derzeitigen Abstellflächen für Fahrräder nicht aus. Wir verweisen dazu auf die aktuelle Bedarfsanalyse des „Runden Tisch Radverkehr“ vom 04.05.2020. Einzelmaßnahmen müssen in einem Gesamtkonzept geplant und umgesetzt werden, orientiert am Radwegekonzept und nicht an einzelnen Gelegenheiten.

Bewohner und Beschäftigte in der Innenstadt nutzen vermehrt Fahrräder für ihre Wege zur Arbeit. Die Räder werden dann oftmals mangels anderer Möglichkeiten in Hausfluren, auf Treppenabsätzen, in Kellern oder Wohnungen abgestellt, was mit schweren Rädern nur bedingt attraktiv ist. Die Nutzerzahlen würden mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen, wenn für oftmals sehr hochwertigen Fahrräder mehr diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten zur Verfügung ständen.

Eine gesicherte und wetterfeste unterirdische Abstellmöglichkeit könnte als teil- oder vollautomatische Fahrradabstellanlage an zentraler Stelle in der untergenutzten Unterführung am Übergang Moltkestraße – Hindenburgstraße eingerichtet werden. Dies wäre eine gute und notwendige Ergänzung des Radwegekonzepts, die in Zusammenarbeit mit interessierten Anlagebauern als Pilotprojekt im Rahmen des Modellstadtvorhabens eingerichtet und erprobt werden könnte. Ziel ist, den unterirdischen Raum zu nutzen und ohne, dass Treppen überwunden werden müssen, ein sicheres Parken der Fahrräder für interessierte Dauermieter zu ermöglichen. Damit erweitern wir das Angebot an Anwohnerparkplätzen auf den erwünschten Kreis der Nutzer des umweltfreundlichen Radverkehrs.

Um noch mehr Pendler zu gewinnen, mit dem Rad statt dem Pkw zum Bahnhof zu fahren, sind die Kapazitäten an sicheren und wetterfesten Abstellmöglichkeiten zu erweitern. Die angedachten Abstellplätze im Parkhaus sind eine relativ teure Lösung. Hier könnten die stadtmobile stehen und an Stelle der dafür reservierten Parkplätze auf der Bahnhofsüdseite wäre Platz für Fahrradboxen.
Fahrradstellplätze im Parkhaus müssten getrennt vom Autoverkehr erreichbar sein und überwacht werden. Weitere Standorte für attraktive Parkierungsangebote für Radfahrerinnen und Radfahrer im unmittelbaren Bahnhofsbereich sollen geprüft werden. Die Bedarfsanalyse des „Runden Tisch Radverkehr“ vom 04.05.2020 wird dabei berücksichtigt.
 

Mit freundlichen Grüßen
 

Bodo Philipsen
Fraktionsvorsitzender

Anlage: Bedarfsanalyse des „Runden Tisch Radverkehr“ vom 04.05.2020

Antrag als PDF-Datei

 

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