Die SPD lehnt die Seestraßen-Pläne ab

Veröffentlicht am 19.10.2019 in Presseecho

Gäubote vom 19.10.2019

Herrenberg: Fraktionschef Bodo Philipsen fordert in einem Brief an die Stadtverwaltung Änderungen

Dem Herrenberger Gemeinderat liegen am kommenden Dienstag die Pläne zum Umbau der Seestraße in eine Art Stadtboulevard vor. Auf Zustimmung der Sozialdemokraten kann die Verwaltung nicht rechnen. In einem Brief an das Rathaus beantragt SPD-Fraktionschef Bodo Philipsen wesentliche Änderungen.

Große Bedenken hegt die SPD, schreibt Philipsen. Denn die vorgelegten Pläne für die ersten beiden Bauabschnitte entsprächen kaum noch dem Gedanken des Wettbewerbs mit Platzbildung, Aufenthaltsqualität, mehr Grün und Verkehrsberuhigung. Vielmehr werde die Straße „sogar breiter als bisher, zahlreiche Abbiegespuren verbleiben beziehungsweise werden neu geschaffen“, so Philipsen. Das Grün werde sogar verringert, die große Mehrzahl der vorhandenen Bäume falle und „die Platzanmutung durch eine langgezogene Rasengrüninsel entlang der Straße zunichtegemacht“. Mindestens sechs bis acht unterschiedliche Beläge schaffen nach Ansicht der SPD „ein sehr uneinheitliches Bild, was gerade durch das Wettbewerbsergebnis zugunsten einer einheitlichen Identitätsstiftung verhindert werden sollte“

SPD stellt gleich eine ganze Reihe von Anträgen

Die SPD stellt daher eine Reihe von Anträgen, die im Gemeinderat explizit zur Abstimmung gestellt werden sollen. „Wir beantragen deswegen: So eine Reduktion der Raumbeläge auf maximal drei verschiedene. Zudem soll der Weg vom Seeländer zur Altstadt einem einheitlichen Teppich gleichen, den man den Besuchern auslegt.“ Dies bedeute, dass möglichst der gleiche Belag vom Seeländer in die Hirschgasse führen muss.

Auch eine Reduzierung des Baumbestands kommt für die SPD aus Gründen des Klimawandels nicht infrage, auch wenn die Sicht auf die Stadtmauer betont werden soll. Die langgezogene Grüninsel nur mit Rasen bewachsen zu lassen, betone eher die Straßenführung linear, widerspreche also der gewünschten Platzbildung.

Nur wenige Dutzend nutzen die Abbiegespur

Die Linksabbiegespur von der Seestraße zur Commerzbank entbehrt aus Sicht der SPD jeder Notwendigkeit. Sie werde von wenigen Dutzend Fahrzeugen nur genutzt, die problemlos, ohne den Fluss des Verkehrs zu bremsen, auf das Linksabbiegen in den Abbiegebuchten warten könnten. Damit könnte die enorme Breite der Straße an dieser Stelle stark zurückgenommen werden. Dagegen sei eine Linksabbiegung aus der Küfergasse/Bronntorgarage in Richtung Schickplatz erforderlich, „damit wir die Nutzer nicht genau dahin lenken, wo wir sie nicht haben wollen, nämlich in die Seestraße“, so Philipsen weiter.

Grundsätzlich befürworte die SPD einen Possehlbelag auch auf den Radwegen, weil er zumindest optisch die enorme Straßenbreite zurücknehme. Allerdings soll diese Maßnahme auf ihre Finanzierbarkeit, Haltbarkeit und Recycelbarkeit überprüft werden. Der Radweg auf der westlichendahin lenken, wo wir sie nicht haben wollen, nämlich in die Seestraße“, so Philipsen weiter.

Grundsätzlich befürworte die SPD einen Possehlbelag auch auf den Radwegen, weil er zumindest optisch die enorme Straßenbreite zurücknehme. Allerdings soll diese Maßnahme auf ihre Finanzierbarkeit, Haltbarkeit und Recycelbarkeit überprüft werden. Der Radweg auf der westlichen Seite der Seestraße müsse außerdem unbedingt vor der Stadthalle hin zur Benzstraße fortgeführt werden.

Philipsen ist es wichtig, zu betonen, dass die SPD-Fraktion das Wettbewerbsergebnis für die Umgestaltung der Seestraße nicht anzweifle, sondern eher Zweifel habe, ob die Planung den Wettbewerbszielen noch entspreche. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme. „Insgesamt ist dies eher eine Planung aus alten Zeiten, die den Straßencharakter viel zu wenig gegenüber dem Aufenthaltscharakter zurücknimmt.“ Deshalb werde die SPD der Vorlage so nicht zustimmen.

-gb-

 

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