Humanes Altern

Veröffentlicht am 20.02.2019 in Presseecho

Lokalpolitische Kolumne
Meine Meinung
Von Pia Ellen Böttcher, SPD-Ratskandidatin in Herrenberg

Gäubote vom 20.02.2019

Der Anteil älterer Menschen in unserer Gemeinde wird immer größer. Diese Menschen werden zum Glück immer älter und sie bleiben länger fit. Armut, Einsamkeit und soziale Ausgrenzung sind die häufigsten Gefahren dieser Entwicklung. Unsere Kommune muss dem vorbeugen.

Es braucht Alternativen zum Pflegeheim. Der Trend ist leider, dass Pflegeheime nur noch Schwerstpflegebedürftige wie Demenzerkrankte oder Personen, die sich aufgrund hoher Pflegestufe durch Krankheiten nicht mehr selbst versorgen können, bei sich aufnehmen. Es braucht daher andere Angebote für Rentnerinnen und Rentner, die noch zu fit und agil sind für ein Pflegeheim. Auch für die, die nur teilweise und zeitweise auf Hilfe angewiesen sind, und für die, die das Pflegeheim ablehnen und die, die ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen wollen, egal wie pflegebedürftig sie sind.

Alte Menschen sollten alle Möglichkeiten erhalten sich ambulant zu Hause durch Pflegedienste und/oder Angehörige versorgen zu lassen. Dafür benötigen wir mehr bezahlbaren Wohnraum, der altengerecht und barrierefrei ist. Dafür benötigen wir Stadtviertel, in denen „sich begegnen“ zum Alltag gehört. In Mehrgenerationenhäusern können Alt und Jung gemeinsam zusammenleben, sich gegebenenfalls auch gemeinsam unterstützen. Kleine Singlewohnungen, aber auch Wohngemeinschaften sind baulich vorzusehen, um solche Konzepte umsetzen zu können. Vor allem alte Menschen müssen zentral wohnen, um im Leben zu stehen, um schnell zum Einkaufen zu gelangen, zum Friseur oder zur Apotheke zu kommen. Zudem sollten in den Stadtquartieren weitere Räumlichkeiten geschaffen werden, um es Trägern zu ermöglichen, Tagespflegen zu eröffnen. Es ist die aufbrechende Krankheit, der Sturz, die Menschen schnell aus ihrer gewohnten Umgebung rausreißen.

In Quartiershäusern könnten Kindertagesstätten integriert werden. Alte und junge Menschen könnten gemeinsam essen und spielen. Generationen könnten zusammengeführt werden und Angehörige könnten entlastet werden. Generationsübergreifende Projekte müssen deshalb gefördert werden.

Wir sollten aber auch den Bus vor allem für Rentner in Herrenberg kostenfrei machen. Busse mit niedrigem Einstieg und gleichmäßigem dichten Takt könnten die Mobilität auch alter Menschen deutlich erhöhen. Hohe Ticketpreise zwingen viele zu Hause zu leiben. Auch kulturelle Veranstaltungen, die Volkshochschule oder das Hallen- und Freibad, müssen vergünstigt angeboten werden. Eine Seniorencard wäre dafür eine einfache Lösung.

Alt zu werden ist nicht nur ein Thema, das Alte und deren Familien und die Träger der Altenpflege betreffen. Wir hoffen alle alt zu werden, lange fit am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können und im Pflegefall gut betreut zu sein. Von einer altersgerechten Kommunalpolitik profitieren alle: die Alten wie die Jungen.

 

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