
Gäuboteartikel vom 10.01.2014
Herrenberg: SPD-Fraktion berät in Klausur
Mit wachsender Sorge betrachten sozialdemokratische Gemeinde- und Ortschaftsräte auf ihrer jährlichen Sitzung zum Haushalt der Stadt die strukturelle Unterfinanzierung von Investitionen in Herrenberg. Bodo Philipsen, Fraktionsvorsitzender: "Dass wir Kindergärten, Schulsanierungen oder Aussegnungshallen durch den Verkauf von Grund und Boden
finanzieren, muss ein Ende haben."
Im Vergleich zu 26 anderen Städten in der Wohlstandsregion Stuttgart steht Herrenberg nicht gut da, heißt es in einer SPD-Pressemitteilung: weniger Steuereinnahmen, mehr Personalausgaben, weniger Investitionen und mehr Schulden als die meisten anderen Gemeinden. Dass in der Vergangenheit dennoch Investitionen in beträchtlicher Höhe getätigt werden konnten, sei nur durch die Ausweisung neuer Baugebiete möglich gewesen. Da die Grundsteuer und alle Gebühren in der Vergangenheit mehrfach erhöht worden seien, könne man die Einnahmesituation nur durch eine Erhöhung der Einnahmen aus der Gewerbesteuer verbessern. Der Anteil an der Einkommensteuer sei kaum zu steigern, so die Fraktion in ihrer Presseerklärung. Es sei auffallend, dass die Gewerbesteuer im regionalen Vergleich sehr niedrig und seit Jahrzehnten in Herrenberg auch nicht erhöht worden ist. "Die Unternehmen tragen zu wenig dazu bei, dass wir als Kommune eine attraktive Infrastruktur aufbauen können, insbesondere wenn man auch bedenke, dass sie Grundstücke in Herrenberg sehr preiswert erhalten", sagt Philipsen. Die meisten Gewerbetreibenden zahlen demnach überhaupt keine Gewerbesteuer. Lohn- und Einkommensteuerzahler sowie Grundbesitzer zahlen wesentlich mehr, obwohl gerade auch die Firmen von den weichen Standortfaktoren wie Kinderbetreuung, Schulen oder Freizeit abhingen, die die Kommune vorhalten müsse.


