Bahndamm als Barriere der Stadtentwicklung

Veröffentlicht am 19.05.2026 in Aktuelles

"Meine Meinung" von Stefan Halanke im Gäuboten vom 18.5.2026

Die Eisenbahnlinie führt auf hohem Dammkörper so nahe an der Altstadt vorbei, dass sie nicht nur eine zweckmäßige Straßenführung nicht zulässt. So ist dieser Bahndamm zum Schicksal für Herrenberg geworden. Er hat das Stadterweiterungsgebiet zerschnitten und von der Altstadt getrennt. Er hat die Entwicklung der Stadt wesentlich beeinträchtigt.“ Das erkannte der Stadtschult- heiß Reinhold Schick bereits im Jahre 1928. Im Jahre 2026 wollen wir nun Herenberg West mit dem Leibfried-Areal, dem Gefylde, der Schäferlinde und dem Aischbach-Areal mit insgesamt 1 300 neuen Einwohnern entwickeln, die nördlichen Stadtteile und das Jugendhaus und VfL- Sportanlagen an die Innenstadt anschließen:  möglichst alles nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder mit dem Rad.

Deswegen ist ein weiterer Bahndurchstich am Seeländer dringend erforderlich, denn der bestehende Tunnel ist eng, dunkel, gefährlich und liegt zu weit nördlich, die Nagolder Straße ist wenig attraktiv für Fußgänger und Radfahrer. Über 2 000 Nutzungen sind für den neuen Tunnel am Seeländer prognostiziert. Er soll mit einer Breite von sechs Metern Fußgänger und Radfahrer getrennt führen, hell beleuchtet und attraktiv ausgeführt werden. Dieser Seeländertunnel wird die Verbindung des Rad-Innenstadtrings von der Altstadt Richtung Mühlstraße. Die Anbindungen auf beiden Seiten sollten noch optimiert werden. Er ist mit 11,1 Millionen Kosten prognostiziert, Kostensteigerungen bereits berücksichtigt. Für die Stadt allein wäre das viel zu viel. Insgesamt wird er aber mit fast neun Millionen von Bund und Land gefördert. Keine Frage: Auch die verbleibenden 2,2 Millionen schmerzen angesichts unserer Haushaltslage. Jetzt aber nicht diese Fördermittel zu nutzen, hieße eine historische Chance für die gesamte Stadtentwicklung zu vergeben. Das erkannte bereits der Altbürgermeister 1928 zum 700-jährigen Jubiläum unserer Stadt.
Stefan Halanke SPD-Gemeinderat in Herrenberg