Leni Breymaier: "Wir sind Durststrecken gewohnt"

Veröffentlicht am 24.10.2015 in Presseecho

(Frank Däuber, Dr. Rafael Binkowski, Angelika Klingel, Leni Breymaier, Oberbürgermeister Thomas Sprißler, Sabine Käser-Friedrich, Leiterin der VHS, Bild: SPD Herrenberg)

Gäuboteartikel von Holger Weyhmüller über die Ausstellungseröffnung "Sozialdemokratie lebt" im Rahmen des 125-jährigen Jubiläums der SPD Herrenberg vom 24.10.2015

125 Jahre Herrenberger SPD-Ortsverein - ein Grund zu feiern. Das taten die Sozialdemokraten und ihre Gäste gestern denn auch: Der offizielle Teil ging ab 16 Uhr in der Galerie im Kulturzentrum über die Bühne. Dort wurde in diesem Rahmen die Ausstellung "Sozialdemokratie bewegt" über die Geschichte der SPD in Deutschland, die mittels 20 Roll-Ups in ersten und zweiten Stock der VHS vermittelt wird, eröffnet.

Holger Weyhmüller

Goldene Zeiten waren das für die Sozialdemokraten, als Willy Brandt Bundeskanzler war. Nicht nur goldene Zeiten für die Bundespartei, sondern auch für den Ortsverein in der Gäustadt: "Damals war die SPD stärkste Kraft im Herrenberger Gemeinderat", erinnerte der heutige Ortsvereinsvorsitzende Frank Däuber gestern Nachmittag die über 70 Zuhörer in der Galerie im Kulturzentrum. Um lächelnd hinterherzuschieben: "Das ist heute nicht mehr vorstellbar."

Aktuell sind die Genossen drittstärkste Kraft in diesem kommunalpolitischen Gremium und dennoch prägend, wie Oberbürgermeister Thomas Sprißler betonte: "Die SPD versteht es gut", sagte er, "im Konzert mitzuspielen." Es sei keine Selbstverständlichkeit, auf eine 125-jährige Geschichte zurückblicken zu können: "Ich habe im Laufe meines Lebens schon viele Parteigründungen erlebt - und viele auch wieder eingehen sehen." Auf Dauer einerseits die eigenen Werte und Ziele zu erhalten, auf der anderen Seite sich immer wieder auf Veränderungen einzustellen, sei nicht einfach, zollte das Herrenberger Stadtoberhaupt Respekt.

Sprißler hob einige herausragende Köpfe der hiesigen Sozialdemokraten hervor: Paul Schmidt etwa, der eine bedeutende Rolle nach den dunklen Jahren des Nazi-Terrors einnahm; Luise Schöffel, die lange im Gemeinderat saß und 1967 - selbst ledige Mutter - den Verband lediger Mütter gründete; Paul Binder, nicht nur bei den und für die Sozialdemokraten prägend, "sondern auch für die Stadt"; und schließlich Bodo Philipsen, "der seit über 25 Jahren Mitglied im Gemeinderat und rund 20 Jahre Fraktionssprecher der SPD ist".

Thomas Sprißler ging auch auf eines der wohl am heftigsten diskutierten, von der SPD vor etwa zwei Jahren angestoßenen Themen der jüngeren Vergangenheit ein: die Diskussion um die Frage, ob die Hindenburgstraße in Willy-Brandt-Straße umbenannt werden sollte. "Ich habe noch nie eine so emotional geführte Diskussion erlebt", versicherte der Rathauschef gestern. Auch wenn der Antrag der SPD nicht durchging, "hat man sich auf ein viel wertvolleres Ergebnis geeinigt: Die Stadt hat sich aufgemacht und lässt die Geschichte in dieser Zeit aufarbeiten".

Apropos Geschichte: Die Lehre, mahnte Frank Däuber in seiner Begrüßung, "dass Demokratie, Freiheit und Wohlstand nicht vom Himmel gefallen und auch keine Selbstverständlichkeit sind. Sie wurden oft schmerzhaft erstritten". Zudem gebe es "keine Bestandsgarantie" dafür. Die Sozialdemokratie werde sich, versicherte der Ortsvereinsvorsitzende seinen Zuhörern, deshalb auch weiterhin beim Festigen von "Freiheit, Gleichheit und Solidarität" engagieren.

Ehe Dr. Rafael Binkowski - der für die Kreis-SPD im Jahr 2002 in den Bundestag ziehen wollte und über die Geschichte der Sozialdemokratie promovierte - im Schnelldurchlauf die Historie der 1863 gegründeten Partei Revue passieren ließ, trat Leni Breymaier ans Mikrofon. Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende und Landesbezirksleiterin von Verdi in Baden-Württemberg gratulierte dem Ortsverein zum "Geburtstag", wie sie sagte. Und beackerte nicht nur die gegenwärtige Politik, sondern wagte auch einen Blick in die Zukunft. Aktuell liegt für sie ein Fokus auf der Flüchtlingsthematik. "Ich hoffe", sagte Breymaier, "dass das zumindest links von der AfD kein Wahlkampfthema wird." Man dürfe, mahnte die Sozialdemokratin aus Eislingen im Kreis Göppingen, "nicht auf Kosten dieser Menschen populistisches, dummes Zeug von sich geben in der Hoffnung, damit ein paar Stimmen zu gewinnen". Man müsse in der derzeitigen Situation deshalb aufpassen, forderte die 55-Jährige, "man muss hinstehen".

 

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