Die SPD in Herrenberg

Mit deutlicher Verzögerung gegenüber dem restlichen Württemberg fasste die Sozialdemokratie auch in Herrenberg Fuß. Das erste Zeugnis ist die Feier des 1. Mai im Jahr 1890, als 16 vor allem jüngere Leute zwischen 18 und 27 Jahren den Feiertag der Arbeiterbewegung begangen. Durch die Herrenberger Gassen zogen sie geschlossen bis zum Bahnhof, anstatt ihrer Arbeit nachzugehen. Es waren zumeist Schreinergesellen. Darunter auch der Name des späteren Ortsvereinsvorsitzenden Eugen Fischer, der 1865 geboren und damals 25 Jahre alt war.

Ein Arbeiterverein wird gegründet

Drei Wochen später kam es tatsächlich zur Gründung eines Arbeitervereins in Herrenberg. Es hatten sich 32 junge Arbeiter eingetragen, davon 13 der 16 Demonstranten vom 1. Mai. Eugen Fischer wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die Schreiner dominierten klar: 18 Mitglieder gehörten diesem Berufsstand an, alle Mitglieder waren zwischen 18 und 31 Jahren alt. Sie waren zumeist mit der Renovierung der Herrenberger Stiftskirche beschäftigt. Im agrarisch-bürgerlichen Herrenberg ging die Gründung eines Arbeitervereins also nicht von Industriearbeitern aus, die es zum damaligen Zeitpunkt nur vereinzelt gegeben haben dürfte. Es waren Handwerker, die mit dem niedrigen Lohn und den schweren Arbeitsbedingungen unzufrieden waren.

Erste Wahlergebnisse

Die Wahlergebnisse vor 1918 geben Aufschluss über die Stärke der Sozialdemokratie im Oberamt Herrenberg: Bei den Landtagswahlen 1895 erreichte die SPD gerade mal 0,2 Prozent der Stimmen, der Anteil steigerte sich 1900 auf 6,3 % und erreichte mit 10,1 % im Jahr 1906 einen vorläufigen Höhepunkt. In der Stadt Herrenberg selbst waren die Anteile 1895 und 1900 gleich, ab 1906 erreichten sie jedoch deutlich höhere Werte: Bei den Wahlen 1906 kam die SPD auf 23,6 % der Stimmen, 1912 waren es 21,5 Prozent. Einzelerfolge gab es in einigen Gemeinden des Bezirks, Öschelbronn erwies sich hier als Hochburg mit Ergebnissen zwischen 20 und 30 Prozent, aber auch Nufringen, wobei die Ergebnisse stark schwankten. So war Tailfingen 1900 mit fast 40 Prozent eine absolute Hochburg, 1912 bekam die SPD jedoch mit zwei Stimmen nur 1,3 Prozent in der Gemeinde. Ingesamt lässt sich feststellen, dass die Partei in den bäuerlichen Gemeinden relativ wenig Stimmen gwann, in der Stadt aber eine konstante Mittelpartei war.

Aufschwung durch die Novemberrevolution

Die Revolution brachte der SPD auch in Herrenberg einen gewaltigen Aufschwung. Die Paretei wurde zumindest vorübergehend als Machtgröße akzeptiert. Die Parteiorganisation wurde auch im Oberamt Herrenberg ausgebaut, wie die SPD-Zeitung "Schwäbische Tagwacht" im Bericht über die Generalversammlung am 16. Februar 1919 schrieb: Der Vorarbeiter Gottlieb Heim wurde zum Vorsitzenden gewählt, er war ein Tagelöhner, von dem wir nur wissen, dass er 1922 für die Stadt die Grabarbeiten für den Neubau der Wasserleitung übernommen hat. Johannes Nuoffer wurde sein Stellvertreter, Kassier wurde der Vorheizer Karl Wilhelm Angster. Schriftführer wurde Karl Hallasch, der erst wie Angster erst 1924 das Bürgerrecht erhielt, er war ein klassischer Arbeiter als Monteur und lebte in bescheidenen Verhältnissen. So wurde ihm 1927 vomn Gemeinderat "Kleiderbeihilfe" für die Erstkommunion seiner Kinder zugestanden. Hallasch wurde 1925 Vorsitzender des Fußballvereins, zudem wurde er 1920 vom Gemeinderat als Vertrauensmann für die Lebensmittelkontrolle eingesetzt. Beisitzer wurden die späteren Gemeinderate Heinrich Steinebach, Wilhelm Morlock und Margarete Dengler, bei den den Gemeinderatswahlen als erste Frau aufgestellt wurde.

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