"Meine Meinung" von Petra Menzel im Gäuboten vom 21.11.2025
Die Fotoausstellung „Gemeinsam halten wir Herrenberg am Laufen“ der Initiative „Herrenberg bleibt bunt“ ist in diesem Jahr durch die Stadt gewandert. Die porträtierten Menschen aus aller Welt und ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen sind im Handwerk, in Industrie und Verwaltungen, im Handel, in der Gastronomie, in Kitas, Gesundheitseinrichtungen und in der Pflege unverzichtbar. Alle tragen gemeinsam zum Wohlstand in unserer Region bei. Die Fotoausstellung „Gemeinsam halten wir Herrenberg am Laufen“ der Initiative „Herrenberg bleibt bunt“ ist in diesem Jahr durch die Stadt gewandert. Die porträtierten Menschen aus aller Welt und ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen sind im Handwerk, in Industrie und Verwaltungen, im Handel, in der Gastronomie, in Kitas, Gesundheitseinrichtungen und in der Pflege unverzichtbar. Alle tragen gemeinsam zum Wohlstand in unserer Region bei.
Für viele, aber nicht für alle zugewanderten Menschen ist Herrenberg zur neuen Heimat geworden. Der alten Heimat, zu rückgelassenen oder verlorenen Familien und Freunden nachzutrauern und gleich zeitig all das zu meistern, was hinter dem fordernden Schlagwort „Integration“ steckt, ist nicht einfach. Beide Seiten, Einheimische und Neuankömmlinge, müssen über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg zusammenzufinden. Integration am Arbeitsplatz ist dabei der Königsweg, denn Menschen wollen gebraucht werden, ihr Leben selbst bestimmen, auf Augenhöhe kommunizieren und Wertschätzung für ihre Leistung erfahren. Leider sind Vorurteile, Kränkungen, Diskriminierung und Rassismus im Alltag verbreitet, werden geduldet und von demokratiefeindlichen Parteien mit reißerischen Falschmeldungen befördert.
Als Stadtgesellschaft müssen wir alles dafür tun, ein Zusammenleben in einem fairen Miteinander zu ermöglichen. Das Engagement dafür in Politik und Ehrenamt, in Schulen, Kirchen, Vereinen und Initiativen in Herrenberg ist groß. Nicht alles klappt reibungslos, und nicht al le Probleme lassen sich einfach lösen. Miss brauch von Sozialleistungen oder ethnische und religiöse Konflikte, die hier bei uns mit Gewalt ausgetragen werden, sind Beispiele dafür, dass Integration auch heißen kann, Grenzen zu setzen. Offenheit und Toleranz, aber auch Einsatz für die Grundwerte unserer Demokratie sind von allen gefordert. Heimat ist, wo ich mich engagiere, egal von wo mein Weg mich hergeführt hat.