"Meine Meinung" von Petra Menzel im Gäuboten vom 28.1.2026
Landesweit kämpfen Städte und Gemeinden mit engen Haushalten. Die Ursachen dafür müssen von Bund, Land und Kommunen grundsätzlich angegangen werden. In dieser Situation ist klar, dass wir auch in Herrenberg nach Einsparmöglichkeiten suchen. Sparen allein löst aber unsere strukturellen Probleme nicht und darf gerade in einer Zeit, in der wir in vielen Bereichen Nachholbedarfe haben, nicht zum Stillstand führen. Wir müssen deshalb mit Nachdruck auch unsere Einnahmen verbessern.
Als stille Reserve schlummern Grundstückswerte im Haushalt, die es zu aktivieren gilt. Sie haben eine Schlüsselfunktion für eine nachhaltige Stadtentwicklung und eröffnen Handlungsspielräume, um dringende Aufgaben zu lösen.
Es ist höchste Zeit, städtische Grundstücke im Aischbachgelände, auf dem BayWa-Areal, in der Altstadt, rund um die Stadthalle und, als Gewinn für Klima und Stadtkasse, im Spitalwald zu nutzen. Die Erlöse in zweistelliger Millionenhöhe aus Verkauf und Verpachtung dieser Grundstücke finanzieren die Erschließung von Flächen für Gewerbe und Wohnen. Sie ermöglichen Entscheidungen des Gemeinderats für Wohnbauland und Gewerbeflächen zu bezahlbaren Preisen, gemeinwohlorientiert und mit Mehrwert für die gesamte Stadt.
Wir haben in Herrenberg Schwächen bei der Einkommens- und Gewerbesteuer. Wenn wir nicht weiter hinnehmen wollen, dass Arbeitsplätze ins Umland abwandern, wir Kaufkraft und Gewerbesteuer verlieren, müssen wir aktiv Angebote machen. Gegen Wohnraummangel und die zunehmende Überalterung vieler Wohnquartiere brauchen wir die Innenentwicklung. Sie allein reicht aber nicht aus. Ohne Herrenberg Süd drehen wir den Trend zur Abwanderung ins Umland nicht und geraten absehbar mit unserer Infrastruktur für Bildung, Betreuung, Kultur und Sport in eine Schieflage, die unsere finanzielle Situation weiter verschlechtern würde. Wir müssen jetzt endlich anfangen, uns trotz schwieriger Zeiten auf den Weg zu machen.
Petra Menzel, Stv. Fraktionsvorsitzende SPD